TSV Altenfurt – TSV Winkelhaid II – Jute statt Plastik! Aber KLASSENERHALT!

Man darf gespannt sein… Ja, man darf wirklich gespannt sein. Was wird wohl der Führungsriege der ITTF, also den Internationalen TischTennis Forständen (^^) wohl in ein paar Jahren einfallen? Spielen wir dann mit 80mm Jutebällen auf einer 1m x 1m großen Platte mit einem 4m hohen Netz mit Schlägern, die jetzt mit Goldfolie bespannt sein müssen und bei denen anstatt Holz, natürlich aufgrund des Umweltschutzes, das ein klein wenig teurere Carbon als Grundlage dient? Wäre durchaus möglich, wenn man sich überlegt was da oben derzeit für Beschlüsse gefasst werden.

Für Leute die nicht in dem Thema drin sind: In ein paar Jahren (oder Jahrzehnten, vllt. sogar Jahrhunderten, man weiß es nicht) wird der bisher gängige 39,5-40,5mm Zelluloidball durch einen 40+(40,0-40,6mm) Plastikball ersetzt. Dabei hat man wohl außer Acht gelassen, dass während einer Entwicklungsphase eines neuen Produktes erstmal ein konkurrenzfähiges Produkt marktreif produziert werden sollte, bevor man es auf Spieler loslässt. Aber natürlich ist es lukrativer mit Prototypen zu spielen, die viel Geld kosten. Da fällt für den ein oder anderen sicher was ab. Das Ergebnis ist, dass es derzeit viele verschiedene Typen von Plastikbällen gibt, die sich alle etwas unterschiedlich spielen und sau teuer sind. Manche zerschellen schon beim reinen ansehen, die anderen sind so hart, dass wohl eher der Schläger Schaden nimmt. Der Absprungwinkel ist von Ball zu Ball anders, Schnitt nehmen die Bälle teilweise auch nicht an und zu guter Letzt klingen die Dinger häufig schon von vornherein wie ein kaputter Zelluloidball. Aber warum erzähl ich das alles? Richtig. Nachdem es in den oberen Ligen (Bundesliga etc.) bereits Pflicht ist, diese Bälle zu spielen, gibt da einen Beschluss, der den Vereinen unterer Klassen in Deutschland selbstständig erlaubt zu entscheiden, welchen Ball sie für Punktspiele benutzen. Ob Zelluloid oder Plastik ist somit selbstbestimmt (nicht Ligaweit, sondern pro Verein!). Altenfurt hat beschlossen, dass der Plastikball zu ihrer Spielweise passt. Als einziger Verein der Liga.

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Interessant was sich dann da so für Ballwechsel ergeben, wenn kein Schnitt mehr im Spiel ist. Auch lustig anzusehen, wenn die Gäste reihenweise etwa 15cm am Ball vorbei schlagen, weil der anders von der Platte abspringt. Oder ein Abwehrspieler seine Unterschnitthacke auspackt und darauf mit einem Schussball geantwortet wird.

Das Spiel ist schnell zusammengefasst. Wir hatten alle starke Probleme mit dieser Umstellung. Den Altenfurtern kann man keinerlei Vorwurf machen. Wenn der Ball besser zu unserer Spielweise passen würde, würden wir wahrscheinlich nicht anders handeln. Aber die Organisation auf höherer Ebene ist mal wieder typisch für diesen Sport, wo Dinge entschieden werden, die manchmal einfach nicht nachvollziehbar sind.

Nach einem 5:9 mussten wir wieder die Heimreise antreten. Damit ist klar, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Nicht mehr und nicht weniger. Aufstieg absolut abgeschrieben, aber eigentlich auch nicht geplant gewesen.

Die restlichen Spiele sind nun eigentlich nur noch Formsache. Aber auch diese Spiele werden noch reichlich Spannung bringen.

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